Coaching in Stormarn und Trittau

Wir sind Spezialisten im negativ - sehen, schwarz sehen und "ja - aber" sagen. Irgendeine "ja-aber" Entschuldigung fällt uns immer ein und ein "ja-aber" Grund ist schnell gefunden, um bestimmte Dinge nicht "tun zu können" oder "immer nur" das Negative bei anderen zu sehen.

Besonders für Eltern mit einem ADHS Kind ist es nicht immer einfach, dieser Negativspirale und dem "ja - aber mein Kind ist immer so schrecklich" zu entfliehen.

Diese Übung hilft ihnen, vom "ja -aber es ist alles so schrecklich" wegzukommen und den Blick auf alle vorhandenen positiven Dinge zu verändern.

Diese Übung hilft nicht nur Eltern mit ADHS Kindern, ihren Blick auf das Positive zu richten, sondern sie hilft immer dann, wenn zu viele "ja -aber" im Kopf rum schwirren und man den Überblick verliert.

 

Vorgehen

Nehmen sie sich ein großes Blatt Papier und teilen sie es in der Mitte durch einen dicken, schwarzen Strich von oben nach unten. Nun schreiben sie auf die linke Seite alles, was sie stört, z. B "mein Sohn macht nie Hausaufgaben", "meine Tochter ist so unmöglich unordentlich", "mein Sohn kriegt immer nur Ärger in der Schule"...Schreiben sie alles, was ihnen einfällt untereinander in die linke Spalte.

Wenn sie fertig sind, nehmen sie einen Rotstift und schreiben in die rechte Spalter "ja aber, mein Sohn ist so unendlich kreativ", " ja aber meine Tochter hilft mir immer dann, wenn es mir nicht gut geht", "ja aber mein Sohn spielt so toll und liebevoll mit unserem Hund".

Es geht darum, die "böse linke Seite" zu entkräften und sich viel mehr auf die guten Eigenschaften der Personen oder auch der Situationen zu konzentrieren. Niemand hat NUR schlechte Eigenschaften und auch Situationen sind NIE NUR schlecht.

Da wir Menschen schnell dazu neigen, IMMER NUR das Negative zu sehen, kann diese Übung helfen, den Blick zu verlagern, mehr Selbstvertrauen zu bekommen, Entscheidungen durchzuhalten und Situationen zu klären.

(in Anlehnung an Sabine Asgogom)

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Hilfe bei ADHS

Das Leben mit einem ADHS - Kind stellt viele Herausforderungen und gleicht einer Karussellfahrt - mal hoch, mal runter. Normale Erziehungsstrategien scheinen im Umgang mit ADHS Kindern und Jugendlichen nicht zu funktionieren und viele Eltern geraten häufig an den Rand eines Nervenzusammenbruchs und fühlen sich "ohnmächtig" und hilflos.

Das Leben mit einem ADHS - Kind gleicht einem typischen "Versuch - und Irrtum" - Leben - das, was heute funktioniert und gut klappt, kann morgen schon ganz anders sein. Da es nicht "die typische ADHS" gibt, gibt es auch nicht die "typischen Allheilmittel", die garantiert bei jedem Kind funktionieren. Alle typischen ADHS - Verhaltensweisen können sich in unterschiedlichen Situationen, in unterschiedlichen Ausprägungen in unterschiedlichen Symptombereichen zeigen.

Dennoch gibt es einige "Alltagstipps", die, individuell abgewandelt, bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS gut funktionieren.

10 Tipps bei ADHS - Hilfe im Alltag bei ADHS Kindern

1. Ruhe, Ruhe, Ruhe

Kinder und Jugendliche mit ADHS stellen ihre Bezugspersonen vor viele Herausforderungen. ADHS Kinder wissen, noch mehr als andere Kinder, wie sie ihre Bezugspersonen "zur Weißglut" bringen können - auch, wenn sie es nicht "böse" meinen. Darüber hinaus sind besonders ADHS - Kinder anfällig und empfänglich für die "Unruhe" ihrer Umwelt und diese schwappt schnell auf die Kinder und Jugendlichen über.

Das oberste Gebot ist Ruhe, Ruhe, Ruhe.

Da dies aber nicht immer so einfach ist, bedarf es Ruhezonen für die Bezugspersonen. Schaffen sie sich eine Ruhezone und ziehen sie sich zurück, wenn Diskussionen oder Streitigkeiten zu viel werden und wenn sie merken, dass sie "anfangen zu kochen" - verschaffen sie sich ein "Ruhepolster".

2. Kurze, klare Ansage

"Mein Kind befolgt meine Ansagen nicht und macht nie das, was ich sage", ist eine Bemerkung, die ich nur zu oft höre. Machen sie KLARE, EINFACHE und KURZE Ansagen und sorgen sie dafür, dass diese auch ausgeführt werden - nicht einfach darauf verlassen, dass ihre Ansagen erledigt werden!

Kinder und Jugendliche mit ADHS benötigen mehr "Kontrolle" als andere Kinder und es muss darauf geachtet werden, dass ihre Ansagen auch erledigt werden.

Machen sie immer nur eine Ansage zur Zeit und wenn das klappt, steigern sie langsam auf zwei Ansagen.

"Ich möchte, dass du JETZT den Müll rausbringst"

"Ich möchte, dass du JETZT mit deinen Hausaufgaben anfängst"

3. nicht diskutieren

Kinder und Jugendliche mit ADHS sind Perfektionisten im Diskutieren und werden mit den Jahren immer perfekter :-) Lassen sie sich daher nicht auf Diskussionen ein - die werden sie verlieren :-)

"Bestehen" Kinder auf eine Diskussion, verlassen sie einfach die Situatione mit den Worten "ich diskutiere nicht über....", es wird erledigt...

4. Problemverhalten erkennen

Im Leben mit ADHS Kindern kommen Eltern, Lehrer, Erzieher oftmals an den Punkt, an dem sie "nur noch empfinden". "Mein Kind macht NUR NOCH Probleme", "mein Kind hört NIE auf mich", "es gibt NUR NOCH Probleme".

Kein Mensch dieser Welt zeigt NUR NOCH Probleme, aber die Empfindungen sind so. Hier hilft es, eine Problemanalyse zu betreiben um objektiv zu sehen, WO und in WELCHEN Situationen Kinder und Jugendliche WIRKLICH Probleme zeigen und in welchen Situationen wir einfach nur falsch "fühlen".

So können sie "echtes" Problemverhalten analysieren
Beobachtungsbogen "Problemverhalten"
problemverhaltenanalysieren.pdf [135 Kb]
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Beurteilung oppositionelles Verhalten
zeigt mein Kind aggressives Verhalten
beurteilungsbogenoppositionellesverhalten.pdf [123 Kb]
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5. auf positives konzentrieren

Um den "Negativkreislauf" zu durchbrechen oder ihn erst gar nicht entstehen zu lassen ist es wichtig, sich auf alles zu konzentrieren, was die Kinder und Jugendlichen "gut" machen - und es gibt eine Menge davon :-)

Konzentrieren sie sich eine Woche lang, nur auf die positiven Eigenschaften und Dinge, die die Kinder gut machen und schreiben sie alles auf - es wird ihren Blickwinkel ändern.

"Das lief heute gut"
Änderung des Blickwinkels
dasliefheutegut.pdf [258 Kb]
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6. eigene Auszeit

Es ist enorm wichtig, für die eigene Auszeit zu sorgen! Viele Eltern fühlen sich "nur noch" im Dienst ihrer Kinder und vergessen dabei, dass die eigene psychische Verfassung ausschlaggebend ist, für die psychische Verfassung der Kinder.

Suchen sie sich ein Hobby, gehen sie spazieren, treffen sie sich mit einer Freundin, suchen sie eine Selbsthilfegruppe für betroffene Eltern...machen sie sich eine Liste mit Dingen, die sie selber entspannen können.

7. Regeln und Konsequenzen

Ja, klare Regeln mit klaren Konsequenzen sind bei Kindern das A und O und insbesondere bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS. Klare Regeln mit klaren Konsequenzen geben diesen Kinden Sicherheit, Orientierung und einen klar abgesteckten Rahmen, in dem sie sich frei bewegen können.

Soweit die Theorie :-)

In der Praxis ist es aber erfahrungsgemäß schwieriger, klare Regeln aufzustellen und noch schwieriger, klare Konsequenzen zu finden und vor allem durchzusetzen.

ADHS Kinder sind Meister darin, Regeln zu durchbrechen und sie nicht einzuhalten :-)

Nehmen sie sich den "Plan - Problemverhalten analysieren" - siehe oben und nehmen sie, aus dieser von ihnen erstellten Liste 1 Problem vor. "Ein Problem zur Zeit, eine Regel zur Zeit".

Überlegen sie sich nun eine Regel zu diesem Problemverhalten, die sie auf jeden Fall eingehalten haben möchten und überlegen nun eine Konsequenz dazu - WAS passiert, wenn die Regel nicht eingehalten wird?!

Üben sie mit ihren Kindern immer nur eine Regel zur Zeit mit einer Konsequenz zur Zeit - alles andere überfordert sie und ihre Kinder.

Regeln und Konsequenzen
regelnundkonsequenzen.pdf [211 Kb]
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8. Verstärkerpläne

ADHS Kinder und Jugendliche haben u.a Schwierigkeiten mit Motivation und Selbststeuerung. Hier haben sich Verstärkerpläne bewährt.

Verstärkerpläne dienen dazu, bei einhalten einer Regel oder erfüllen einer Anweisung, eine SOFORT - Belohnung in Form eines Stickers, Striches oder Smily zu vergeben. Die Kinder bekommen auf diese Weise ihre "Belohnung" sofort und bekommen ein direktes Feedback über ihre Leistung. Eine bestimmte Anzahl an "Belohnungsstrichen, Smilys..." werden gegen eine "echte" Belohnung eingetauscht, die vorher mit dem Kind zusammen vereinbart wurde.

Nach und nach werden die Verstärkerpläne weggelassen.

Dennoch muss man sich vorher mit der Thematik der Verstärkerpläne befassen, da auch hier Gefahren lauern :-)

9. lernen sie, fünf gerade sein zu lassen

Das Leben mit ADHS Kindern ist eine Karussellfahrt und das Verhalten der Kinder kann von Tag zu Tag total unterschiedlich sein. Um selber entspannter zu werden und zu sein ist es notwendig zu lernen, fünf gerade sein zu lassen. Entscheiden sie je nach Situation, welche Regeln sie garantiert befolgt haben möchten und sorgen sie dafür, dass die Kinder sich daran halten. Entscheiden sie aber auch, WANN sie über welches Verhalten "hinwegsehen können"....

10. suchen sie sich Hilfe

Ich erlebe immer wieder, dass es Eltern peinlich ist, ein Elterncoaching zu machen, ein Elterntraining bei ADHS zu absolvieren oder auch eine Selbsthilfegruppe aufzusuchen.

Sich besonders im Fall von ADHS Hilfe zu suchen hat rein gar nichts mit Versagen und "Unfähigkeit" zu tun! In meinen Augen hat dieser Weg der Hilfe suchen etwas mit Verantwortung zu tun - Verantwortung für das Kind UND Verantwortung für sich selber!

Es gibt einige gute Selbsthilfegruppen zum Erfahrungsaustausch oder auch der Weg zum Kinderpsychologen kann hilfreich sein. Was in keinem Fall fehlen darf, da sind sich Ärzte und Psychologen einig, ist ein Elterntraining bei ADHS.

In einem Elterntraining bei ADHS werden alle grundlegenden Dinge besprochen wie Erziehung, Schule, Hausaufgaben, Entspannungszeiten, oppositionelles Verhalten u. ä

weitere Infos zu dem Thema

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individuelles Legasthenietraining

Legasthenie/LRS ist ein individuelles Erscheinungsbild individueller "Lernbaustellen". Diese individuellen "Lern - und Begreifensbaustellen" müssen durch individuelle pädagogische Tests herausarbeiten und ausfindig machen, um KURZ VOR der Baustelle ansetzen zu können, die Baustelle zusammen durchqueren zu können und individuelle Hilfestellungen gewähren zu können.

Diesen Prozess kann sich ebenso als Treppe vorstellen - "fehlen die unteren Stufen wird es schwierig, die obersten Stufen zu erreichen".

Ebenso muss herausgefunden werden, welche Wahnehmungen im Fall der Legasthenie "verändert" sind und "nicht optimal arbeiten" - visuell, auditiv, vestibulär, taktil, Tiefenwahrnehmung. Es macht wenig Sinn, Schulstoff aufarbeiten zu wollen, wenn nicht an den "veränderten" Wahrnehmungen gearbeitet wird - ohne Training bleiben diese Wahrnehmungen weiterhin verändert.....

Um all diese Dinge gewährleisten zu können ist eine Gruppengröße von maximal 4 Kindern/Jugendlichen angezeigt. In einem Training für legasthene Menschen kann man unmöglich über "Masse" gehen da man sonst weder die Chance hat, an den individuellen Bausteinen oder Treppenstufen zu arbeiten, noch die Möglichkeit hat, veränderte Wahrnehmungen zu trainieren geschweige denn, individuelle Hilfestellungen geben kann.

Wenn ich nun immer wieder höre, dass sogenannte schulinterne Legasthenieförderkurse mit einer Teilnehmerzahl von 10 - 19 Kindern aufwarten, fange ich an nachzudenken....

Ich denke nach über das Recht dieser Kinder individuell gefördert zu werden...

Ich denke nach über die Lehrkraft, die unmöglich bei dieser Gruppengröße an jeder einzelnen Baustelle, Treppenstufe arbeiten kann....

Ich denke nach über die erforderlichen individuellen Wahrnehmungsförderungen, die bei dieser Gruppengröße und vielleicht aus durch den Kenntnisstand der Lehrkraft wohl nicht erfolgen....

Ich denke nach über die Chance der Kinder in diesen sogenannten Legasthenieförderstunden....

Je länger ich über all diese Dinge nachdenke, komme ich zu dem Entschluss, dass es sich hierbei um eine Massenabfertigung in den schulinternen Legasthenieförderkursen handelt und keines der teilnehmenden Kinder so jemals zu seinem Recht kommen wird und die Chancen eines jeden Kindes, SEINE Baustellen abzuarbeiten und seine Treppenstufen aufbauen zu können gleich NULL sind.

Wenn Schulen und Lehrkräfte behaupten, dass all die Schwierigkeiten, die diese Kinder haben auf unzureichendem üben berühen und einfach gelöst werden können, wenn man ihnen einfach weitere Aufgaben aus dem JETZT aktuellen Deutschkurs präsentiert, frage ich mich, warum so viele Kinder über viele Jahre ihre Schwierigkeiten haben und sich keine wirkliche, echte Verbesserung einstellt.....

Das, anscheinend gängige Verfahren, einfach MEHR Aufgaben zu präsentieren funktioniert durchaus - ABER nur dann, wenn es sich um eine erworbene LRS handelt, aber niemals bei einer Legasthenie. Und selbst hier ist eine Gruppengröße von 10 - 20 Kindern ziemlich inoptimal, da auch diese Kinder, jeder für sich, SEINE individuellen Baustellen hat.

Wenn schulinterne Legasthenieförderkurse funktionieren sollen und alle Kinder zu ihrem Recht kommen sollen - UND DAS STEHT IHNEN ZU - müssen die Teilnehmerzahlen dieser Förderkurse dringend reduziert werden und es muss dringend in das Bewusstsein einer jeder Förderkraft, dass es nicht die eine LRS gibt und das es sehr wohl eine Legasthenie aufgrund veränderter Wahrnehmungen gibt - und diese Wahrnehmungen müssen mittrainiert werden.

Ich freue mich immer wieder über Berichte von Eltern, die von einem schulinternen Förderkurs erzählen, der dies alles wirklich berücksichtigt. Dies zeigt nämlich, dass Schulen sehr wohl in der Lage sind, einen optimalen Förderkurs für Legasthenie UND LRS auf die Beine zu stellen und dass es nicht unmöglich ist, diese Kinder individuell zu fördern - dieses Recht auf individuelle Förderung ist im Übrigen im Erlass des Kultusministeriums verankert!

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Tipps für Legastheniker im Schulalltag

Um legasthenen Kindern im Schulalltag zu helfen, bedarf es zwar einiger Koordination und Organisation innerhalb der Schule, aber es ist dennoch kein "Hexenwerk", Schülern mit Legasthenie/LRS das Lernen zu erleichtern und sie vor psychischem Schaden zu bewahren.

Viele Lehrkräfte machen sich leider heute immer noch keine Gedanken darüber, was es für diese Kinder bedeutet, jeden Tag in die Schule gehen zu müssen und jeden Tag das tun zu müssen, was sie nicht / nicht gut genug können - lesen, schreiben, rechnen.

Viele Lehrkräfte machen sich auch leider keine Gedanken darüber, welchen "psychischen Schaden" diese Kinder nehmen, wenn sie jeden Tag mit ihrem "nicht können" konfrontiert werden - "Kinderseelen sind verletztlich" ! Diese Kinder entwickeln nachweislich ein schwaches Selbstwert und Selbstvertrauen, bekommen überzufällig häufig psychosomatische Beschwerden, leiden irgendwann an Schulangst, Schulversagen und sind die "Schule - Schwänzer" von morgen.

Lehrkräfte, aller Klassenstufen haben die Verpflichtung, Kinder individuell zu fördern und so zu unterstützen, dass sie KEINEN psychischen Schaden nehmen, keine Lernblockaden aufgrund von Angst und Versagergefühlen entstehen und ihnen zu ermögliche, ihr Können auf ANDERE Art und Weise zeigen zu können.

Diese Verpflichtung ist im Gesetz verankert und im Erlass des Kultusministerium klar formuliert, zumindest für Schleswig - Holstein.

Generelle Hilfen im Schulalltag

Die generelle Hilfen sind Fächerübergreifend zu verstehen, also für jedes Fach gültig. Eine Legasthenie/LRS betrifft eben nicht nur den Deutschunterricht, sondern zieht sich wie ein roter Faden durch jedes Schulfach in dem gelesen und geschrieben werden muss.

- ausreichend große Schrift ( 12 oder 14, eventuell sogar auf DINA 3 kopiert )

- Druckschrift , keine Schreibschrift und keine unnötigen Schnörkel

- schriftliche Dinge GUT vorstrukturieren

- für abschreiben von Tafel AUSREICHEND Zeit lassen

- Zeilenabstand 1,5 - 2

- nicht unbedingt laut vorlesen lassen

- nicht unbedingt an der Tafel schreiben lassen

- immer wieder nachfragen, ob geschriebenes verstanden ist ( Leseverständnis)

- Berücksichtigung der oft sehr verlängerten Lesegeschwindigkeit auch in schriftlichen Arbeiten ( Mathe, Erdkunde, Bio....)

- keine zulangen Sätze bilden auf vorgefertigten Arbeitsmaterialien - kurz und knapp

- Lob für die allerkleinsten Fortschritte

- Lob für die Anstrengung, nicht für das Ergebnis

- bei Misserfolgen immer aufbauen und zum Weitermachen motivieren

- in Absprache aller Lehrer zeitweise auf die Fehlerkennzeichnung verzichten und die Richtigschreibung anzeichnen ! Das ändert den Blickwinkel der Kinder

- in Abspache aller Lehrer auf Teile der Hausaufgaben verzichten, da diese Kinder wesentlich länger brauchen als andere Kinder

- immer einen Blick auf die Psyche der Kinder haben und auch auf unterschwellige Anzeichen achten

Diese Tipps stammen aus einer Lehrerfortbildung

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Förderunterricht Legasthenie

Legasthenen Kinder steht ein Förderunterricht zu. Viele Schulen bieten diesen LRS - Förderunterricht selber an, einige Schulen bieten ihn nicht an und die Kinder müssen ggf eine außerschulische Förderung bei Legasthenie aufsuchen.

Doch wie sollte ein schulischer Förderunterricht bei Legasthenie/LRS aufgebaut sein, damit er diesen Kindern helfen kann, ihre eigenen "Baustellen" zu beseitigen? Reicht es, einfach noch mehr vom Deutschunterricht zu machen und diesen Kindern einfach zusätzliche Arbeitsblätter zur Verfügung zu stellen?

Förderunterricht bei Legasthenie und LRS

In vielen Bundesländern stehen für einen LRS-Förderunterricht keine zusätzlichen Stunden zur Verfügung und somit wird die Organisation eines Förderkurses für diese Schulen bereits zum Kraftakt.

Haben die Schulen dann endlich Stunden zur Verfügung, bleibt die Frage, wer von den Lehrkräften den oftmals ungeliebten Förderkurs geben soll und wann dieser Kurs für die legasthenen Kinder stattfinden soll. Oftmals werden diese Förderkurse in die 7. Schulstunde geschoben und bei Krankheit oder anderen Unannehmlichkeiten sind dies auch die ersten Stunden, die ausfallen.

Denkt man nun daran, das dieser schulische Förderkurs für viele Kinder die einzige Möglichkeit darstellt, ihre "Baustellen" abzuarbeiten und diese Kinder auf einen regelmäßigen, empathischen Legasthenieförderkurs angewiesen sind, wird klar, wie bedeutend diese Legasthenieförderstunden eigentlich sind.

so sollte ein Förderkurs aufgebaut sein

Um allen Lehrkräften, die diesen Artikel zufällig lesen den Wind aus den Segeln zu nehmen - Eins vorweg! ALLE Tipps und Hinweise, die ich hier schreibe stammen aus einer regulären Lehrerfortbildung des Querenburg-Instituts von Frau Rattay !!!

Der Förderunterricht sollte

- regelmäßig stattfinden

- zu einer Zeit stattfinden, zu der die Schüler sich noch konzentrieren können ( also sicher nicht in der 7.Stunde )

- er sollte von erfahrenen, LRS geschulten Lehrkräften durchgeführt werden

- er sollte von motivierten und verständnisvollen Lehrern durchgeführt werden

- die Zeit des "konzentrierten arbeitens" an den INDIVIDUELLEN Baustellen sollte nicht länger als 30 Min dauern - die restliche Zeit soll mit spaßbringenden, motivierenden Spielen verbracht werden (gerne auch in Bezug auf Legasthenie)

- es ist Rücksicht auf die jeweile Konzentrationsspanne der Schüler zu nehmen. Schüler A schafft 30 Min, Schüler B aber nur 10 Min

- es sollten nie Entspannungsübungen und Konzentrationsübungen fehlen

- es soll ein empathischer und verständnisvoller Umgang herrschen

- es soll einen ritualisierten Einstieg in die Förderstunde geben, z. B Entspannungstraining

Die Förderkursschüler müssen individuell getestet werden um an ihren individuellen Bausteinen zu arbeiten. Findet der Legasthenieförderkurs mit Schülern der 5. Klasse statt und es stellt sich heraus, dass ein Schüler noch Baustellen der 2. Klasse zu bewältigen hat, dann ist genau hier - in der 2. Klasse - anzusetzen und zwar mit Lernstoff, den der Schüler bereits kann!

Es macht keinen Sinn, den "neuen" Schulstoff mit zusätzlichen Arbeitsblättern in ihn "rein trimmen zu wollen", wenn hier noch "alte Baustellen" aufzuweisen sind.

Der Legasthenieförderunterricht muss somit immer individuell für jeden Schüler vorbereitet werden und er muss "kleinschrittig" sein. Eine Baustelle wird solange bearbeitet, bis diese Baustelle keine Baustelle mehr ist. Hier ist explizit darauf zu achten, dass immer nur EINE Baustelle zur Zeit bearbeitet wird und dann auch NUR diese Baustelle in den kommenden Arbeiten bewertet wird - alles andere bleibt in Deutscharbeiten unberücksichtig.

Jeder noch so kleine Fortschritt wird gelobt und sei er noch so klein! Klein ist er nämlich nur für Menschen, die schreiben und lesen können aber für einen Legastheniker kann jeder kleine Schritt riesengroß sein!

Darüberhinaus wird im Förderunterricht nur an einer Baustelle gearbeitet, nicht an allen Baustellen gleichzeitig und es wird die Eigenkorrektur eingeübt, dies aber ebenfalls nur an einer Baustelle. Beispiel: Hans hat enorme Probleme mit der Großschreibung. Also werden mit Hans solange Übungen der Großschreibung gemacht, bis sie einigermaßen sitzt. Hans wird angehalten seine Deutscharbeiten NUR auf die Großschreibung hin zu kontrollieren und auch nur diese wird bewertet ! So lernen die Kinder langsam aber sicher, sich selber zu korrigieren und zu kontrollieren.

Um legasthenen Kindern ihre Selbstsicherheit und das Selbstvertrauen zurück zu geben, was leider oftmals verloren geht, werden eine Zeitlang mit GRÜN alle richtig geschriebenen Worte angestrichen und NICHT in ROT alle Fehler - so ändert sich nach und nach der Blickwinkel "von ich kann nichts" auf "Mensch, ich mach ja doch was richtig".

 

 

wie sollte Fördermaterial aufgebaut sein

Nicht jedes Material eignet sich für einen Legasthenieunterricht und nicht jedes Material ist für jeden Schüler geeignet.

- vernünfige Struktur

- Druckschrift OHNE Schnörkel und keine Schreibschrift - auch in Klasse 5 nicht

- Material, dass alle Sinne anregt, z. B Knete, Rasierschaum, Spiegel, Silben schwingen, rhythmisches Mitsprechen

- kleinschrittig

- übersichtlich

- Abstufung der Schwierigkeitsgrade

- selbständiges Arbeiten ermöglichen

- genau dort ansetzend, wo es hängt

Dies sind nur einige Beispiele, wie ein guter Förderunterricht bei Legasthenie/LRS sein sollte, in der schulischen Förderung wie auch in der außerschulischen Förderung.

Alle Tipps und Anmerkungen stammen aus einer Lehrerfortbildung.

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