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Hilfen bei Legasthenie/LRS im Schulalltag
09.03.2017 16:02
Tipps für Legastheniker im Schulalltag

Um legasthenen Kindern im Schulalltag zu helfen, bedarf es zwar einiger Koordination und Organisation innerhalb der Schule, aber es ist dennoch kein "Hexenwerk", Schülern mit Legasthenie/LRS das Lernen zu erleichtern und sie vor psychischem Schaden zu bewahren.

Viele Lehrkräfte machen sich leider heute immer noch keine Gedanken darüber, was es für diese Kinder bedeutet, jeden Tag in die Schule gehen zu müssen und jeden Tag das tun zu müssen, was sie nicht / nicht gut genug können - lesen, schreiben, rechnen.

Viele Lehrkräfte machen sich auch leider keine Gedanken darüber, welchen "psychischen Schaden" diese Kinder nehmen, wenn sie jeden Tag mit ihrem "nicht können" konfrontiert werden - "Kinderseelen sind verletztlich" ! Diese Kinder entwickeln nachweislich ein schwaches Selbstwert und Selbstvertrauen, bekommen überzufällig häufig psychosomatische Beschwerden, leiden irgendwann an Schulangst, Schulversagen und sind die "Schule - Schwänzer" von morgen.

Lehrkräfte, aller Klassenstufen haben die Verpflichtung, Kinder individuell zu fördern und so zu unterstützen, dass sie KEINEN psychischen Schaden nehmen, keine Lernblockaden aufgrund von Angst und Versagergefühlen entstehen und ihnen zu ermögliche, ihr Können auf ANDERE Art und Weise zeigen zu können.

Diese Verpflichtung ist im Gesetz verankert und im Erlass des Kultusministerium klar formuliert, zumindest für Schleswig - Holstein.

Generelle Hilfen im Schulalltag

Die generelle Hilfen sind Fächerübergreifend zu verstehen, also für jedes Fach gültig. Eine Legasthenie/LRS betrifft eben nicht nur den Deutschunterricht, sondern zieht sich wie ein roter Faden durch jedes Schulfach in dem gelesen und geschrieben werden muss.

- ausreichend große Schrift ( 12 oder 14, eventuell sogar auf DINA 3 kopiert )

- Druckschrift , keine Schreibschrift und keine unnötigen Schnörkel

- schriftliche Dinge GUT vorstrukturieren

- für abschreiben von Tafel AUSREICHEND Zeit lassen

- Zeilenabstand 1,5 - 2

- nicht unbedingt laut vorlesen lassen

- nicht unbedingt an der Tafel schreiben lassen

- immer wieder nachfragen, ob geschriebenes verstanden ist ( Leseverständnis)

- Berücksichtigung der oft sehr verlängerten Lesegeschwindigkeit auch in schriftlichen Arbeiten ( Mathe, Erdkunde, Bio....)

- keine zulangen Sätze bilden auf vorgefertigten Arbeitsmaterialien - kurz und knapp

- Lob für die allerkleinsten Fortschritte

- Lob für die Anstrengung, nicht für das Ergebnis

- bei Misserfolgen immer aufbauen und zum Weitermachen motivieren

- in Absprache aller Lehrer zeitweise auf die Fehlerkennzeichnung verzichten und die Richtigschreibung anzeichnen ! Das ändert den Blickwinkel der Kinder

- in Abspache aller Lehrer auf Teile der Hausaufgaben verzichten, da diese Kinder wesentlich länger brauchen als andere Kinder

- immer einen Blick auf die Psyche der Kinder haben und auch auf unterschwellige Anzeichen achten

Diese Tipps stammen aus einer Lehrerfortbildung

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