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Motivation - das A und O im Unterricht bei Legasthenie und ADHS
22.02.2017 16:20
Legasthenietraining, LRS Training, ADHS Coaching

Motivation und Interesse waren schon immer das A und O um lernen zu können. Kindern mit Legasthenie und/oder ADHS geht die Motivation leider schon in jungen Jahren verloren - und das zu Recht.

Kinder mit Legasthenie und ADHS haben es im Leben nicht einfach. Sie hören von klein auf "benimm dich doch mal", "konzentrier dich doch mal", "gestern konntest du es doch noch" und noch vieles mehr. Diese Kinder bemühen sich nach Kräften, alle Anforderungen die an sie gestellt werden zu erfüllen - doch eben oftmals ohne Erfolg.

In der Schule merken sie sehr schnell, dass sie hier an ihre Grenzen stoßen und bereits jetzt muss reagiert werden - und zwar positiv. Lehrkräfte haben es nicht leicht, alle Schüler individuell zu behandeln, aber sie haben einen pädagogischen Spielraum, den sie nutzen können, um es Kindern mit Lernschwächen leichter zu machen.

 

Auffälligkeiten im Unterricht

Kinder mit Lernschwächen fallen oftmals auf durch Unruhe, Reizbarkeit, Clownerei, Träumereien oder Unlust. Diesen Kindern wird gerne unterstellt, sie wären desinteressiert und sollten sich mehr zusammenreißen. Produktiver ist es allerdings, den Ursachen für diese Verhaltensweisen auf den Grund zu gehen und die Motivation so schnell wie möglich wieder herzustellen.

 

Maßnahmen im Unterricht und zu Hause

Alle Maßnahmen um Interesse und Motivation wieder herzustellen greifen nur, wenn Lernumgebung und das Auftreten der Lehrkraft positiv und empathisch sind - dies betrifft natürlich auch Eltern. Den Kindern in dieser Situation Vorwürfe zu machen oder sie mit zusätzlichen Aufgaben zu versorgen ist weder produktiv noch psychologisch Sinnvoll - geschweige denn pädagogisch wertvoll.

Grundvoraussetzung sind eine entspannte, angstfreie und stabile Lehrer - Kind - Beziehung, bzw Eltern - Kind - Beziehung.

Kein Kind will absichtlich nicht lesen und schreiben lernen.....hierfür gibt es immer einen Grund und der muss gefunden werden.

Ebenfalls wichtig ist ein Unterrichtsstil, der zu den individuellen Bedürfnissen der lernschwachen Kinder passt - Extraaufgaben und Schönschrift ist in diesem Moment nicht der passende Unterrichtsstil, da es die Versagergefühle der Kinder nur noch weiter schüren würde.

Es ist wichtig, dass die Kinder verstehen WAS sie WARUM lernen sollen und dass diese Kinder ein positives Feedback bekommen. Positve Rückmeldung heißt aber nicht, dass nur die Endnote und das Ergebnis zählen, positive Rückmeldung heißt, dass die Bemühungen der Kinder gesehen und anerkannt werden - egal, ob die Arbeiten fertig werden - zumindest für einen gewissen Zeitraum!

Ebenfalls wichtig ist es zu berücksichtigen, dass Kinder mit Legasthenie und ADHS Schwierigkeiten mit Konzentration und Aufmerksamkeit haben - zumindest, wenn es um langweiligen Schulstoff geht. Das Kurzzeitgedächtnis hat bei beiden Kindern weniger Fassungsvermögen und das MUSS berücksichtigt werden.

Ebenso gehören Kinder mit ADHS nicht unbedingt an einen Gruppentisch - logisch gedacht.

Legasthenie und ADHS gehören in unmittelbare Nähe zum Lehrer, damit dieser die Möglichkeit hat, die Kinder wieder in das "hier und jetzt" zurückzuholen und ihnen mit freundlichen Gesten den Unterricht zu erleichtern.

 

 

Nachteilsausgleich auch ohne Anerkennung

In einigen Bundesländern, und dazu zählt Schleswig Holstein - ist es möglich, dass Schulen in Klassenkonferenzen einen individuellen Nachteilsausgleich für Kinder mit Lernschwächen zu beschließen. Hierfür ist KEINE behördliche Anerkennung von Legasthenie notwendig! Stellen Lehrkräfte fest, dass Kinder sich mit bestimmten Dingen schwer tun, haben sie die Möglichkeit, es diesen Kindern zu erleichtern!

- weniger Hausaufgaben

- weniger schreiben, dafür mehr mündlich

- Hilfsmittel

- öfter mal eine Ruhepause um das Gedächtnis zu entlasten

- mehr Zeit bei Klassenarbeiten..

Es ist wichtig, dass diesen Kindern individuell geholfen wird und das ihr Selbstbild nicht leidet. Doch leider machen nicht alle Schulen davon Gebrauch und Kinder sowie Eltern sind hilflos und ausgeliefert.

Es ist ganz klarer Beschluß vom Kultusministerium, dass Schulen die Aufgabe haben, lernschwachen Schülern das Lernen und den Schulaltag zu erleichtern und es ist ihre Aufgabe, mit Eltern und ggf außerschulischen Förderungen das Wohl der Kinder zu erhalten.

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