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Persistierende frühkindliche Reflexe und mögliche Folgen
25.04.2016 16:31

Alle Menschen werden mit Reflexen geboren, die es dem Baby ermöglicht, die ersten Monate zu überleben, Nahrung zu sich zu nehmen, in Kontakt mit der Außenwelt zu treten. Frühkindliche Reflexe sorgen dafür, dass sich die Muskeln und das Gleichgewicht ausbilden können, die Gehirnareale vernetzt werden, sich „reife“ Reflexe bilden können, die wir benötigen um zu lernen, die Welt zu verstehen und Regeln zu verstehen.

Frühkindliche Reflexe sind automatische und stereotype Bewegungen, die vom Hirnstamm kontrolliert werden und ohne das Zutun, der höheren Hirnareale funktionieren und ablaufen – sie können also weder beeinflusst noch kontrolliert werden und sind somit unbewusst.

Damit die frühkindlichen Reflexe optimal ausgebildet, trainiert und später in „reife“ Reflexe umgewandelt werden können, ist ein ausdauerndes „Training“ bestimmter Bewegungsabläufe notwendig und unerlässlich. Diese Reflexe werden durch die kindlichen Bewegungen trainiert, optimiert und dann in „reife“ Reflexe umgewandelt, was wiederum dafür sorgt, dass die kindliche Entwicklung optimal verläuft und die Basis für alle weiteren willentlichen Bewegungen und Abläufe gelegt wird.

Die frühkindlichen Reflexe sollten zu einem bestimmten Zeitpunkt gehemmt und gegen „reife“ Reflexe ersetzt sein, da sie sich sonst nachteilig auf alle weiteren Entwicklungsschritte des Kindes auswirken und dies oftmals bis ins Erwachsenenalter. Bleiben frühkindliche Reflexe über einen bestimmten Zeitpunkt hinaus aktiv, verhindert dies weitere „reife“ Bewegungsmuster des Kindes und somit auch die optimale Verknüpfung und Verschaltung der Gehirnareale.

Ein Baby wird mit allen funktionstüchtigen Hirnarealen geboren, die sich allerdings weiter ausbilden müssen und starke Nervenverknüpfungen und Verbindungen ausbilden müssen um allen Anforderungen im weitern Leben gerecht werden zu können, u.a auch lesen, schreiben, rechnen lernen oder soziale Regeln verstehen.

Über einen bestimmten Zeitpunkt hinaus aktive frühkindliche Reflexe verhindern darüber hinaus die Ausbildung aller Wahrnehmungskanäle , auditiv, taktil, vestibulär, visuell, propriozeptiv und führt dann zu den, in bestimmten Zusammenhängen erwähnten Wahrnehmungsstörungen, z. B AD(H)S, Legasthenie, Dyskalkulie, Autismus.

Die Kinder können sich darüber hinaus sehr schüchtern oder aggressiv zeigen, hyperaktiv, mit Konzentrationsstörungen oder auch mit Schwierigkeiten, sich in die Gruppe zu integrieren. „Wer ein inoptimales Gleichgewichtssystem aufweist, kann sich nicht zurecht finden oder sein inneres Gleichgewicht finden“.

Ein Aufdecken eventuell noch aktiver frühkindlicher Reflexe oder nicht optimal ausgebildeter „reifer“ Reflexe kann dazu beitragen, die Ursachen für viele verschiedene Problembereiche und Auffälligkeiten zu finden und mit einer individuellen Förderung effektiv und zielgerichtet helfen.

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