02
M
Was exekutive Funktionen mit dem Lernen zu tun haben
02.03.2017 17:25
exekutive Funktionen und lernen

Gut ausgeprägte exekutive Funktionen sind die Grundvoraussetzung, um z. B gut lernen zu können. Exekutive Funktionen müssen trainiert und geübt werden und "reifen" erst mit ca. Mitte - Ende 20 aus.

Exekutive Funktionen sind die Grundvoraussetzung für das soziale Miteinander, erfolgreiches Lernen in Schule und Beruf und vieles mehr. Exekutive Funktionen müssen, um gut funktionieren zu können, regelmäßig von klein auf trainiert und angewandt werden und sie "reifen" erst mit Mitte - Ende 20 aus  - also viel Zeit zum Üben:-)

Exekutive Funktionen setzen sich zusammen aus

- Arbeitsgedächtnis

- Inhibition ( Hemmung )-Selbstregulation

- kognitive Flexibilität

Diese "Gebiete" befinden sich im Frontalhirn und entwickeln sich unterschiedlich schnell und gut, arbeiten "unabhängig" von einander und doch zusammen. Ohne gut ausgebildete exekutive Funktionen wird u. a das Lernen sehr erschwert und es kommt in diesem Bereich zu Problemen.

Exekutive Funktionen müssen von klein an ausreichend trainiert und geübt werden, da sie aufeinander aufbauen - wie eine Treppe von unten nach oben.

- Verhalten bewusst steuern können

- vorausschauend planen und realistische Ziele setzen

- Konzentration und Aufmerksamkeit auf eine Sache "bündeln" und eine Tätigkeit zu Ende bringen

- Konflikte selbständig lösen

- auf neue Aufgabenstellungen einstellen

- sich in andere Menschen hineinversetzen

- Prioritäten setzen und Handlungen planen

- im Umgang mit anderen Menschen die eigenen Gefühle kontrollieren können

(Quelle: Manfred Spitzer)

 

exekutive Funktionen und Lernen

Lernen ohne optimal ausgebildete exekutive Funktionen ist nicht möglich. Die Fähigkeiten, Handlungen zu planen, Zeitabläufe im Griff zu bereiten, unwichtige Impulse bei den Hausaufgaben auszublenden und die eigenen Gefühle während der Klassenarbeit zu kontrollieren sind unabdingbar.

Problemlösestrategien, logisches Denken und auch eigene Ideen machen es möglich, Strategien verschiedensten Aufgaben anzupassen und Lösungen zu finden.

Darüber hinaus müssen Kinder lernen, auch bei uninteressanten Aufgaben ihre Konzentration zu bündeln und am Ball zu bleiben.

Gut ausgeprägte exekutive Funktionen und eine gute Selbstregulation wirken sich positiv auf die Lernleistungen aus. Schon im Kindergarten haben Selbstregulation und die Impulskontrolle Auswirkungen auf Sprache und Mathe - und dies kann man noch Jahre später erkennen.

Auch der Umgang mit den eigenen Gefühlen ist hierbei ein wichtiger Punkt. Negative Gefühle während einer Klassenarbeit z. B wirken sich negativ auf die Leistungen aus, da sie hemmen und blockieren. Hier muss gelernt werden, die eigenen Gefühle zu kontrollieren und zu bändigen.

Auch im Zusammenhang mit Hausaufgaben ist die Selbstregulation ein wichtiger Faktor. Wer mit seinen Gedanken nicht bei der Sache ist und sich von den Vögeln, der Schwester oder dem TV ablenken lässt, wird länger an den Aufgaben sitzen als ein Schüler, der seine Gedanken auf die Aufgabe bündelt und seine aufsteigenden Impulse "TV schauen" unterdrücken kann.

Nicht zu unterschätzen ist hierbei auch das Arbeitsgedächtnis, dass beim Rechnen, Lesen und Schreiben eine große Rolle spielt. Kinder, die den Inhalt von gelesenen Texten nicht verstehen, haben oftmals ein kleines Fassungsvermögen im Arbeitsgedächtnis, z. B Legasthenie.

exekutive Funktionen kann man trainieren

Die gute Nachricht ist, dass man exekutive Funktionen trainieren kann und die jeweiligen Leistungen von Arbeitsgedächtnis, Selbstregulation und kognitiven Fähigkeiten steigern kann.

- Gelegenheiten suchen um zu "üben"

- Herausforderungen annehmen

(je nach Alter und Entwicklungsstand Kinder Lösungen alleine suchen lassen und ausprobieren lassen)

- viele unterschiedliche Förderungen ermöglichen die an den jeweiligen Interessen anknüpfen können

- soziales Miteinander fördern

(Quelle: Manfred Spitzer)

Kommentare